Klassisch traditionelles Einfamilienhaus aus Backstein und Naturstein

Kunde: o.A. Lage: bei Berlin Datum: 2009 - 2012 Größe: 490 QM

Der Auftrag für die Sanierung und die Erweiterung eines klassisch traditionellen Einfamilienhauses aus Backstein und Naturstein hatte es in sich. Ein Orthopäde aus Berlin konnte sich in den 30iger Jahren die Stadtflucht leisten. Nahe Berlin fand er in einer Waldsiedlung das ideale Grundstück für die Verwirklichung seines Traums. Das Haus wurde bis in die 90iger Jahre an neue Lebensumstände angepasst, erweitert und umgebaut, bis die ursprüngliche Fassung des Hauses nicht mehr erkennbar war – nicht zum Vorteil seines ursprünglich intendierten Erscheinungsbildes. Insofern war die Geschichte des Gebäudes kein Einzelschicksal von Baudenkmälern. Der neue Erwerber hatte auf Grund seiner Begeisterung für Backsteinarchitektur dieses Haus entdeckt und auch das Potential, das in ihm „schlummerte“. Vielfältigen Anforderungen musste der komplizierte Umbau genügen: Es war Wohnraum für eine siebenköpfige Familie zu erstellen. Der fertige Bau sollte bestandsgetreu saniert und durch einen Erweiterungsbau harmonisch ergänzt werden. Ebenfalls musste ein Merkmal der Backsteinarchitektur der Zeit, die vorwiegend geschlossenen Wandflächen, modernen Belichtungsanforderungen weichen. Nicht zuletzt

war die Konstruktion des Hauses durch statische Eingriffe gravierend verändert worden. Die Quadratur des Kreises! Die Lösung der Bauaufgabe lag darin, das ursprüngliche Haus denkmalgerecht zu rekonstruieren und einen Ergänzungsbau neu anzugliedern, der sich L-förmig um den Bestand anlegt. Der Altbau beherbergt nun nach dem Umbau die Treppenhalle, eine Gästewohnung, die Küche mit Speisezimmer und sämtliche Nebenflächen. Im neuen Anbau wurde eine Erweiterung der 90iger Jahre mit Teilabriss integriert. Hier war es jetzt möglich, große Fensterflächen für die Wohn- und Schlafbereiche anzuordnen. Harmonisiert wurden beide Gebäudeteile durch den gleichen Brand der Backsteine. Ein feiner Unterschied thematisiert jedoch den Alt- und Neubau. Die neuen Klinker sind im Läuferverband mit tiefen Fugen verlegt worden, während der Bestand einen bündig verfugten Musterverband besitzt. Die neue Gartenfassade kontrastiert im Erdgeschoss das sonst „erdige“ Erscheinungsbild mit hellen Natursteinsäulen aus geschliffenem Travertin. Um den Wunsch nach viel Licht im neuen Haus zu realisieren, war es statisch erforderlich, viele Wandschotten anzuordnen. Nun sind sie „Lichtfänger“, die die Sonne tief in die Wohnräume leiten.